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Integration ist keine Einbahnstraße

Von am 28. November 2017

„Wontanara” heißt bei den „Susu”, einem afrikanischen Stamm Guineas, so viel wie „Wir sind zusammen“. Die Percussionsgruppe gleichen Namens aus Leipzig benötigte keine Verstärkeranlage, um die Adventgemeinde Wurzen zum Beben zu bringen. Über 70 Gäste waren zum „Eritreischen Abend 2.0” gekommen, die Hälfte davon aus Eritrea.

Beim reichhaltigen Buffet mit eritreischen Nationalgerichten wie „Injera”, einem leckeren Fladenbrot und „Timtimo”, einem deftigen Linsengericht, kamen sich Einheimische und Zugewanderte sehr schnell näher. Und deutsche Nationalgerichte aus Pommern und Sachsen machten das reichhaltige Abendessen komplett.

Dieser Abend brachte aber nicht nur Erkenntnisgewinn, so z. B. durch ein Quiz über Land und Leute Eritreas, sondern auch beim gemeinsamen Knüpfen von Freundschaftsbändern. Diesen kreativen Teil übernahm Frau Margit Dienelt aus Grimma, die jeden Mittwochabend 19.00 Uhr Geflüchtete und Deutsche zu einem Handarbeitstreffen in die Adventgemeinde Wurzen einlädt.

Unter dem Motto „Erzähl mir deine Geschichte” entstand so eine sehr offene Atmosphäre, als nicht nur an Fluchtschicksale aus  Eritrea erinnert wurde, sondern auch Flucht und Vertreibung von ca. 12 Millionen Deutschen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges thematisiert wurde; ca. 2 Millionen Menschen überlebten damals diese Flucht nicht.

Augenzeugenberichte Wurzener Bürgerinnen und Bürger aus Danzig und Königsberg machten deutlich, von welch großer Integrationsleistung unserer Mütter und Großväter wir heute profitieren können angesichts der Herausforderungen der Gegenwart.

Waren es 2016 noch 24.684 Geflüchtete, die zu uns nach Sachsen kamen, so waren es 2017 bis Ende Oktober nur noch 6.104, davon 434 aus Eritrea.

Integration ist keine Einbahnstraße, sondern lebt vom Aufeinanderzugehen und Miteinander von Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen und Vergangenheiten. Dazu bot der „Eritreische Abend 2.0” eine sehr gute Möglichkeit. Ein junger Mann eritreischer Herkunft aus Colditz brachte es nach diesem Abend begeistert auf den Punkt: „Ich habe in meinen drei Jahren in Deutschland noch nie Deutsche und  Eritreer derart positiv zugewandt erlebt, ein tolles Gemeinschaftserlebnis!”

„Wontanara” – Wir sind zusammen und nur gemeinsam kann Leben gelingen.

Träger des „Eritreischen Abends 2.0” ist die Adventgemeinde Wurzen mit ihrem Projekt „Gemeinsam für Flüchtlinge”, gefördert durch den Freistaat  Sachsen im Rahmen des Landesprogramms „Integrative Maßnahmen”.

Quelle: Pressemeldung Adventsgemeinde Wurzen, Foto: H.-J. Grellmann

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