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Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

Von am 27. November 2017

Auch vorm Wurzener Stadthaus weht dieser Tage wieder wie in vielen anderen Orten der Welt die Fahne von Terre des Femmes: „Frei leben – ohne Gewalt“. Am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen soll weltweit auf das Problem der Misshandlung von Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht werden.

Anlässlich dieses Tages hat das Bundeskriminalamt die „Kriminalstatistische Auswertung zu Gewalt in Partnerschaften“ veröffentlicht. Im Vergleich zu 2015 sind die Zahlen in 2016 weiter angestiegen: Die Polizei registrierte über 108.956 Fälle von häuslicher Gewalt an Frauen. Das ist ein Anstieg von 4,5 Prozent zum Vorjahr. Besonders gravierend ist der Anstieg bei Mord und Totschlag: Die Fälle von Mord, versuchtem Mord und Totschlag sind um acht Prozent auf 357 gestiegen.

Der Aktionstag gegen Gewalt an Frauen soll auf Gewalt in der Familie, in Kriegen oder auf der Flucht aufmerksam machen und richtet sich gegen Misshandlungen, Vergewaltigungen, Zwangsehen und Zwangsprostitution.

Hauptthema der diesjährigen Aktionen ist die weibliche Genitalverstümmelung. Aktuellen Angaben von UNICEF zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Frauen davon betroffen, die meisten in Afrika, aber auch im Nahen Osten und in Südostasien. Laut einer Hochrechnung von Terre des Femmes leben auch in Deutschland immer mehr Mädchen und Frauen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. Aktuell sind es mehr als 58.000 Frauen und darüber hinaus sind mindestens 13.000 Mädchen gefährdet. Damit ist die Zahl der betroffenen Frauen gegenüber 2016 um 10.000 gestiegen, die der gefährdeten Mädchen um 4.000.

„Der Anstieg ist besonders auf verstärkte Migration aus Ländern, zurückzuführen, in denen weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird“, erklärt Charlotte Weil, Fachreferentin zu weiblicher Genitalverstümmelung von Terre des Femmes. Dies betrifft besonders Irak, Eritrea und Somalia. Die Zahl der betroffenen Frauen mit irakischer Staatsbürgerschaft in Deutschland ist innerhalb des letzten Jahres um 61 Prozent gestiegen und die der gefährdeten Mädchen sogar um 118 Prozent, hat sich also mehr als verdoppelt. „Es ist also umso wichtiger, auch hier in Deutschland zum Thema aufzuklären und ins Gespräch mit praktizierenden Communities zu treten, um insbesondere gefährdete Mädchen zu schützen,“ erklärt Charlotte Weil.

Der von der UNO seit 1999 offiziell anerkannte Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst getötet wurden. Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen Diktator Trujillo gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

Quelle: Terre des Femmes – Menschenrechte für die Frau e. V.

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