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Gedenken an Opfer des Holocaust

Von am 10. November 2017

Etwa 30 Wurzenerinnen und Wurzener ließen es sich am gestrigen 9. November nicht nehmen, anlässlich des 79. Jahrestages der antijüdischen Pogromnacht von 1938 der Opfer dieses Verbrechens zu gedenken. In der Nacht des 9. zum 10. November 1938 wurden auch in Wurzen jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, die Inhaber und deren über 14 Jahre alten Söhne verhaftet und eingesperrt.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Jörg Röglin, der in seinen Begrüßungsworten um 18 Uhr in der Jacobsgasse die historischen mit aktuellen Ereignissen verband, begaben sich die Anwesenden an jene Arbeits- und Wirkungsstätten der ehemaligen jüdischen Wurzener Familien. Die dort in den vergangenen Jahren verlegten Stolpersteine für die Familien Goldschmidt und Luchtenstein in der Jacobsgasse, für die Familie Seligmann in der Domgasse und für die Familie Helft in der Färbergasse wurden geputzt, anschließend Rosen niedergelegt und Kerzen angezündet.

An all diesen Orten in der Innenstadt wurde über das tragische Schicksal jener Menschen berichtet, deren Heimatstadt unsere Stadt bis zu ihrer Deportation oder Flucht war. Texte über ihre Vertreibung, über ihre Ermordung und über ihr Überleben wurden verlesen und hinterließen Trauer und Scham bei den Zuhörern.

Bereits vorher wurde von den Organisatoren an den Wohnhäusern von Luchtensteins und Goldschmidts in der heutigen Heinrich-Heine-Straße bzw. in der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße der ehemaligen Bewohner mit Kerzen und Blumen gedacht. Abschließende, mahnende Worte und der Appell von Mitorganisatorin Ulrike Ernst, wachsam zu sein, dass nie wieder derartige Verbrechen wie vor 79 Jahren und danach geschehen mögen, entließen die Wurzenerinnen und Wurzener in einen nachdenklichen und stillen Abend.

Quelle: Pressemeldung NDK

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