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Genossenschaft feiert Geburtstag

Von am 6. Oktober 2017

Solidarität und füreinander einstehen – Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin brachte auf den Punkt, was als Grundgedanke hinter der Quartiers- und Generationengenossenschaft Wurzener Land eG steht. Menschen dafür zu begeistern, ohne Gewinnabsicht anderen zu helfen, sich für Mitmenschen Zeit zu nehmen, sozial zu denken und zu handeln, sei eine schwere Aufgabe und ein wertvoller Beitrag für das Zusammenleben in der Kommune, die ohne ehrenamtliches Engagement nicht bestehen könne. In seiner Gratulationsrede zur Jubiläumsfeier bedankte sich das Stadtoberhaupt deshalb ganz besonders bei den Gründungsmitgliedern der Genossenschaft, die vor reichlich einem Jahr gemeinsam den Schritt in eine recht ungewisse Zukunft  wagten.

Zuvor hatte Vorstandsvorsitzende Sandra Deutsch in ihrem Rückblick die Schwierigkeiten deutlich gemacht, die mit der Gründung der sachsenweit ersten Quartiers- und Generationengenossenschaft verbunden waren. Die Gemeinnützigkeit der Genossenschaft beispielsweise, wie auch die Einführung von sogenannten Zeitsparkonten, mit denen die Mitglieder untereinander ohne finanziellen Einsatz Leistungen tauschen können, waren vor allem in der Zusammenarbeit mit dem Finanzamt Hürden, die es zu bewältigen galt.

Mittlerweile sind die bürokratischen Probleme gelöst, sodass man sich nun verstärkt um die Gewinnung neuer Genossenschaftsmitglieder bemühen will. Zentraler Punkt dabei ist der Aufbau einer sogenannten Tauschbörse, auf der die Mitglieder untereinander nachbarschaftliche Hilfe anbieten oder abrufen können.

Auf der Webseite der Genossenschaft www.generationsgenossenschaft.de können in den verschiedenen Leistungsbereichen Haushalts- und Einkaufshilfe, Gartenhilfe, Reparaturhilfe, Besuchs- und Begleitdienst, Fahrdienst oder Haustierpflege Angebote eingestellt werden. Wer das Angebot in Anspruch nehmen will, zahlt eine Gebühr von 10 Euro pro Stunde an die Genossenschaft. Der Erbringer der Leistung kann entscheiden, ob er eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 8 Euro pro Stunde oder eine entsprechende Gutschrift auf sein Zeitsparkonto erhalten will, die er selbst zu einem späteren Zeitpunkt ggf. für eine andere Leistung abrufen kann.

Zeitgutschriften können dabei auch auf andere, z. B. Familienmitglieder, übertragen werden. So wurde als Beispiel eine junge Frau genannt, die für ihren Nachbarn den Winterdienst übernimmt und die so erarbeitete Zeitgutschrift auf ihre Eltern überträgt, die in einem anderen Dorf wohnen und dieselbe Leistung dann von einem dortigen Genossenschaftsmitglied erbracht bekommen.

Lob gab es zum Abschluss der Jubiläumsfeier von Frau Dr. Pfundt vom AWO Bundesverband in Berlin. Die Gründung der Genossenschaft verstetige das Projekt der generationen- und trägerübergreifenden Vernetzung im Wurzener Land, das mit dem 1. Sozialen Runden Tisch am 28.01.2015 in Wurzen begonnen wurde, und stelle es auf eine solide finanzielle Basis. Glückwünsche von Landrat Henry Graichen überbrachte Nils Neu, Pflegekoordinator im Landkreis Leipziger Land, der seinerzeit einer der Gründungsväter der Genossenschaft war.

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