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Musikturm mit steinernem Klanggarten

Von am 3. Oktober 2017

Auch in diesem Jahr will sich die Stadt Wurzen mit einem ganz besonderen Projektvorschlag am Wettbewerb „Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen “ beteiligen. Zum aktuellen Motto „Neues Leben in alten Räumen“ passend soll die geplante Umnutzung des alten Wasserturms in den Fokus gerückt werden.

Wie Stadtplanerin Konstanze Mucke erklärt, soll, angelehnt an die künftige Nutzung der denkmalgeschützten Gebäude am Clara-Zetkin-Platz als Schulstandort für die Musikschule Muldental, die bislang triste Grünfläche auf dem Gelände, auf der ehemals das „Armenhaus“ der Stadt stand, in einen einzigartigen „klingenden Steingarten“ umgestaltet werden. Hauptbestandteil des Gartens sind Instrumente, die mit Hilfe von Steinen Klänge erzeugen. Das gesamte Gelände soll durch sinnvolle Wegeführung und Gestaltung der Grünanlagen eine stimmige Gesamtkomposition ergeben.

Die Pestalozzi-Oberschule, die direkt an den Bereich grenzt, sowie der Geopark Porphyrland als ein wichtiger überregionaler Tourismuspartner möchten sich an der Ausgestaltung des klingenden Steingartens beteiligen, um hier einen besonderen Ort zu schaffen. Roter Porphyr als dekorative Gartenelemente, Sitzmöbel aus Granit und Fliesen aus Ton sollen sich im Garten wiederfinden und Besucher stärker für den Geopark interessieren. Das Zusammentreffen von Musik und Geologie soll als Besonderheit für  Stadt und Musikschule werben.

Jährlich soll ein musikalisches Event für jedermann stattfinden, das Musikschule und Pestalozzi-Oberschule in Kooperation ausgestalten, um sich selbst und den besonderen Ort zu präsentieren. Als weiterer Partner ist die Standortinitiative Wurzen und Wurzener Land e. V. mit im Boot, die auch alle bisherigen Wettbewerbsbeiträge der Stadt begleitet hat.

Im Wasserturm könnten künftig auch musikalische Veranstaltungen stattfinden, da vor allem die Akustik durch die Rotonde besonders ist. Zudem soll es Führungen durch den Turm als umgenutztes Industriedenkmal geben.

Anknüpfen will man auch an alte Wurzener Gartentraditionen. Als Teil des „Wurzener Gartendreiecks“ soll der „steinerne Klanggarten“ als zweiter Spezialgarten neben den „hängenden Obstgärten“ am Schloss die Wurzener Innenstadt umspannen. Mit letzterem Vorhaben hatte die Stadt bereits 2015 den mit 30.000 Euro dotierten 1. Preis im Städtewettbewerb gewonnen. Die nötigen Gelder für die Umsetzung sind bereits im aktuellen Haushalt der Stadt enthalten, spätestens bis Ende des Jahres soll es laut Oberbürgermeister Jörg Röglin auch eine Einigung mit den Eigentümern des Grundstücks am Schloss geben.

Der dritte geplante Garten soll als „Kunstgarten“ am Geburtshaus des Künstlers Joachim Ringelnatz entstehen. Das „Wurzener Gartendreieck“ soll Einwohner und Besucher mit interessanter Gartenarchitektur begeistern und das grüne Herz der Stadt Wurzen zeigen.

Mittlerweile hat sogar die TU Dresden wissenschaftliches Interesse an der  Umgestaltung des Gesamtensembles bekundet. Insgesamt 10 verschiedene Facharbeiten sollen im Zuge der Umsetzung des Vorhabens von Studenten erstellt werden. Wichtige Grundlage dafür ist sicherlich der baulich gute Zustand des Wasserturms und seine Bedeutung als Industriedenkmal, wie auch die Tatsache, dass aufgrund der bereits erfolgten Planungen inkl. Bebauungsplan und Grundstückserwerb durch die Stadt gute Voraussetzungen für die  Umsetzung des Gesamtprojekts vorhanden sind.

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