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Muckibude statt Spielhölle

Von am 28. August 2017

Vielleicht zieht bald wieder Leben ins ehemalige Lidl in der Collmener Straße ein: Technischer Ausschuss und Stadtrat beraten am kommenden Mittwoch über eine Änderung des Bebauungsplans für das seit längerem leer stehende Objekt, das bisher als Sondergebiet S04 „Einzelhandel Discountmarkt – Lebensmittel“ festgesetzt ist. Nunmehr soll laut Beschlussvorlage eine Umwandlung mit der zulässigen Nutzung gem. § 8 Abs.2 Nr.4 „Anlagen für sportliche Zwecke“ erfolgen.

Versuche, das Objekt wieder zu nutzen, gab es schon einige. Ende letzten Jahres hatte beispielsweise die Firma Retkauf aus Luxemburg den Versuch unternommen, hier einen Non-Food-Markt zu installieren. Das Vorhaben war nach entsprechendem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung am negativen Votum der Stadträte gescheitert, wie bereits zuvor auch der Umzug des Drogeriemarkts Rossmann keine Zustimmung gefunden hatte.

Grund dafür ist das Wurzener Einzelhandelskonzept, das für den Ergänzungsstandort Collmener Straße festschreibt, dass „die Entwicklungsperspektiven als Fachmarktstandort vor allem im Bereich der nicht-zentrenrelevanten Sortimente liegen. Die Verkaufsflächendimensionierung mit zentren- und nahversorgungsrelevanten Sortimenten ist auf den aktuellen Flächenbestand zu begrenzen.“

Im Technischen Ausschuss vom 16. August hatte die Verwaltung nun zunächst die Nutzung des Gebäudes für einen Spielhallenbetrieb angedacht. Das Vorhaben war jedoch am Einspruch von Stadträtin Steffi Kretzschmar (SPD) gescheitert, die zu bedenken gab, dass derartige Etablissements durchaus auch das Potenzial hätten, nicht nur Spielsucht zu fördern, sondern beispielsweise auch als Drogenumschlagplatz zu fungieren. Vier von sechs Ausschussmitgliedern hatten die Bedenken geteilt und den Beschlussvorschlag abgelehnt.

Damit kommt nun ein anderer Bewerber zum Zuge: Mit der geplanten Änderung des B-Plans zur Nutzung des Gebäudes für sportliche Zwecke sollen die Grundlagen für den Einzug einer Fitnessstudiokette gelegt werden. Wenn der Stadtrat den Entwurf der Änderung des Bebauungsplans billigt, erfolgt vor dem Satzungsbeschluss noch die Offenlegung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.

Aktualisiert am 31.08.2017

Der Technische Ausschuss hat in seiner Sondersitzung am 30.08.2017 dem Beschlussvorschlag zur Änderung des B-Plans für die Nutzung des Gebäudes für sportliche Zwecke einstimmig zugestimmt, in der nachfolgenden Stadtratssitzung gab es ebenfalls ein positives Votum. Der Eigentümer des Objekts, die Immobilienfirma GLL, hält laut Oberbürgermeister Jörg Röglin auf Nachfrage am Vorhaben, hier ein Fitnessstudio einzurichten, fest. Geplant ist der Einzug der Franchise-Fitnesskette clever fit.

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