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Junge Gärtner in der Muldenaue

Von am 27. Juli 2017

Nachwuchsarbeit findet im KGV Muldenaue schon beizeiten statt. Vor nunmehr zehn Jahren hat der Förderverein der Kita Sonnenschein in Zusammenarbeit mit dem Kleingartenverein eine an das Außengelände der Kindereinrichtung grenzende, leer stehende Parzelle als Kinder-Garten eingerichtet. Wie Kita-Fördervereinsvorsitzende Sabrina Ryborsch erklärt, kann den Kindern hier spielerisch der Umgang mit Pflanzen, Blumen und Tieren beigebracht werden.

Im Kindergarten übernehmen einzelne Gruppen kleinere Beete und pflanzen verschiedene Blumen und Gemüsesorten an, die sie von zu Hause mitgebracht haben. Regelmäßig besuchen sie den Garten, gießen die Blumen und können die Früchte ernten…. wenn nicht wieder die Schnecken zu schnell waren und die Beete ratzekahl gefressen haben. Aber auch das bringt einen Lerneffekt.

Die Schulkinder haben in der Garten-AG bei Frau Hetze die Möglichkeit, den restlichen Garten zu bewirtschaften. Zum Frühjahrsputz wird mit den Eltern regelmäßig alles für das Pflanzjahr vorbereitet: Beete umgegraben, Unkraut gejätet, Hecken verschnitten und Ordnung gemacht. Ein neues Gewächshaus heizt dem jungen Gemüse auch wieder ein, nachdem die Erträge des Eiskaffees im Jahr 2014 vom Förderverein aufgestockt worden sind. Darüber hat sich die Garten-AG besonders gefreut, denn hier gehört auch das Zubereiten der geernteten Früchte zur Tagesordnung.

Auch sonst unternimmt der Vorstand um Vereinsvorsitzenden Steffen Göttlinger vieles, um die Zukunft des KGV Muldenaue zu sichern. Hauptsächliches Problem dabei ist, wie bei vielen anderen Kleingartenvereinen, der hohe Leerstand von Parzellen. Die 57 derzeit ungenutzten Gärten machen rund ein Viertel der gesamten Anlage aus.

Um die Situation zu verbessern, hat der Vereinsvorstand bereits im November 2015 ein eigenes, von den Vereinsmitgliedern bestätigtes Entwicklungskonzept erstellt und den Wurzener Stadträten im Technischen Ausschuss vorgestellt. Danach könnte ein Teil der nicht mehr genutzten Flächen, rund 18.000 m², zur Umwidmung als Bauland an die Stadt zurückgegeben werden. Die Nachfrage in diesem Bereich steigt derzeit, mittlerweile hat der Stadtrat auch bereits ein Areal an der Liststraße per Bebauungsplan als Bauland ausgewiesen. Dieses wird allerdings erst dann als solches genutzt, wenn alle bisherigen Pachtverhältnisse einvernehmlich aufgelöst sind.

Ein weiterer Teil der Anlage, rund 22.000 m², könnte nach den Vorstellungen des Vereins künftig als Freizeit- und Erholungsgärten gestaltet werden. Das würde bedeuten, dass die strengen Vorgaben des Bundeskleingartengesetzes für diese Flächen nicht zur Anwendung kommen, was allerdings für die Nutzer auch erheblich höhere Pachtzahlungen bedeutet. Auch hier sieht Steffen Göttlinger großen Bedarf, vor allem bei Naturfreunden aus Leipzig und Umland, die gern ein Stückchen Grünes zur eigenen Gestaltung haben möchten, aber nicht unbedingt vorgegebene Mengen an Obst und Gemüse produzieren wollen. Der größte Teil der Gärten, rund 25.000 m², soll weiterhin nach dem Bundeskleingartengesetz bewirtschaftet und erhalten werden.

Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne ist u. a. eine Anpassung des Pachtvertrages mit der Stadt Wurzen als Eigentümer der Flächen. Das Problem brennt dem Verein vor allem deshalb auf den Nägeln, weil der bisherige Zwischenverpächter, der Regionalverband „Muldental“ der Kleingärtner e. V., neben dem KGV „Am Doktorteich“ und dem KGV „Am Windmühlenweg“ auch den KGV „Muldenaue“ aus seinen Reihen ausgeschlossen hat.

Die drei Gartenvereine, die sich im neu gegründeten Stadtverband Wurzen der Gartenfreunde e. V. zusammengeschlossen haben, wollen nun  ein gewichtiges Wort bei der Erstellung eines Gesamtentwicklungskonzepts für die Wurzener Kleingärten mitreden – dieses wird als Grundvoraussetzung für künftige Planungen im Sinne der Kleingartenvereine selbst und für den Erhalt von Fördergeldern gesehen, die für die geplanten Umstrukturierungen benötigt werden.

Und auch in Bezug auf die Nachwuchsarbeit gibt es noch weitere Ideen: Sabrina Ryborsch hat vor, gemeinsam mit Steffen Göttlinger bei der Schulleitung der benachbarten Diesterweg-Grundschule für eine Zusammenarbeit zu werben. Schon länger planen beide eine Erweiterung des Kinder-Gartens, was aber mit nur einigen Hortkindern in der Garten-AG nicht zu schaffen ist. Angedacht ist ein richtiger Schulgarten, wo die Grundschüler systematisch an die Gartenarbeit herangeführt werden können und Freude am Gärtnern geweckt wird, was sicherlich auch den Schulstandort als solchen erheblich aufwerten würde.

Aktuell ist der Verein laut Sabrina Ryborsch dabei, weitere Sitzmöglichkeiten zu organisieren, um eine Art grünes Klassenzimmer anlegen zu können. Die Kinder sollen hier die Möglichkeit erhalten, auch mal im Garten verweilen zu können, und sich natürlich auch nach getaner Arbeit gemeinsam daran zu erfreuen. „Weiterhin wollen wir auch ein neues Gartenhäuschen kaufen, um die Vielzahl an Gartengeräten, Gießkannen und so weiter unterbringen zu können. Dabei freuen wir uns natürlich über Spenden in jeder Form: manchmal sind es Gießkannen und Harken, die im eigenen Garten nicht mehr benötigt werden, eine Laube zum Selbstabbau oder auch Sitzgelegenheiten… Wir würden uns über einen Hinweis sehr freuen.“, so die Fördervereinsvorsitzende.

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