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Pesta-Schüler bekommen „umgedrehten Unterricht“

Von am 17. Mai 2017

Premiere an der Pesta: Als erste Schule in Deutschland erteilt die Pestalozzi- Oberschule Englischunterricht nach der „Flipped-Classroom“- Methode.

„Flipped Classroom“ ist eine Unterrichtsmethode, die das uns allen bekannte Prinzip des schulischen Lernens umkehrt: Der neue Unterrichtsstoff wird über digitale Medien von den Schülerinnen und Schülern zu Hause erarbeitet. Geübt werden die Lektionen schließlich im Unterricht, angeleitet durch die Lehrerin.

Basis des Ganzen sind von Englischlehrerin Kristin Pommer erstellte „Erklärvideos“. Diese können von den Schülern als „Follower“ über Youtube abgerufen werden. Der Zugang für die Schüler oder deren Eltern ist natürlich auch über die Web-Seite der Schule möglich. Die Fünftklässler der Wurzener Pesta sind stolz darauf, in ganz Deutschland die Ersten zu sein, die in Englisch nach dieser Methode unterrichtet werden.

In einer öffentlichen Veranstaltung wurde der „Flipped Classroom“ vor wenigen Tagen öffentlich vorgestellt. Dabei zeigte die von der Schule durchgeführte Evaluation deutliche Vorteile dieser Methode auf. Anwesende Schüler und auch Eltern bestätigten, dass es ihnen so Spaß mache zu lernen. Die Videos könnten – je nach individuellem Bedarf –  häufiger angeschaut werden. Auch Zeitpunkt und Ort spielen fürs Lernen keine Rolle mehr. Florian, einer der Fünftklässler, sagt, dass er nicht nach der „alten“ Methode unterrichtet werden möchte. Und eine der Mütter hält es sogar für „Glück“, dass ihr Sohn in dieser Klasse lernen kann.

Eine andere Mutter betonte, dass es ihr jetzt auch möglich ist, ihre Tochter beim Englischlernen zu unterstützen. Dabei habe sie selbst in der Schule kein Englisch gelernt. Doch dank der Clips könne sie mitschauen und mitlernen. Anders als beim üblichen Lernen schafft die Flipped Classroom-Methode auch Freiraum. Denn das oft stundenlange Üben daheim entfällt. Geübt wird stattdessen im Unterricht. Hier hilft die Lehrerin – egal, ob es um Grammatik, Vokabeln oder die richtige Aussprache geht.

Schulleiter Steffen Rößler stellt in Aussicht, dass ab kommendem Schuljahr weitere Klassen nach dieser Methode unterrichtet werden. Dabei sind sich Schulleiter und Englischlehrerin Kristin Pommer einig, dass die Methode attraktiv ist, weil sie nicht den gewohnten Unterrichtsabläufen folgt, gebaut wird zudem auf die Anziehungskraft von Technik und Medien

Bei allem Stolz darauf, dass die Wurzener hier eine Vorreiterrolle einnehmen, hoffen die Jugendlichen darauf, dass deutschlandweit bald noch mehr Schulen flippigen „flipped classroom“- Unterricht anbieten. Weitergehende Informationen zu Methode und Erfahrungen anderer Schulen und Lehrer damit findet man auf der Webseite von Sebastian Schmidt, der in einer bayerischen Realschule den Mathematikunterricht fast ausschließlich nach dieser Methode gestaltet: https://www.flippedmathe.de/fc-community/

Foto: 24 Fünftklässler „verfolgen“ ihre Lehrerin

Quelle: Pressemeldung Stadt Wurzen

 

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