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Grundschulnetz – Varianten sollen nochmals untersucht werden

Von am 9. April 2017

Nachdem der Stadtrat im März noch keine Entscheidung zur Zukunft der Wurzener Grundschulen getroffen hat, legt die Stadtverwaltung nun einen neuen Beschlussvorschlag vor. Mit den „Maßnahmen zur Stabilisierung des Grundschulnetzes der Stadt Wurzen“ will die Stadt laut Oberbürgermeister Jörg Röglin die Kritikpunkte und Vorschläge von Stadträten und Wurzener Bürgern aus den vorangegangenen Diskussionen aufgreifen und umsetzen.

Sämtliche bereits vorgestellten Varianten für alle Wurzener Grundschulen sollen demnach nun nochmals vertieft und detailliert geprüft und bewertet und ggf. auch noch neue Vorschläge untersucht werden. Insgesamt 150.000 Euro will man für die nötigen Planungs- und Sachverständigenleistungen in den aktuellen Haushaltsentwurf für das Jahr 2017 aufnehmen.

Mit Ergebnissen dieser vertieften Variantenuntersuchung und daraus resultierenden Beschlüssen des Stadtrats kann, so der Oberbürgermeister, frühestens Ende des Jahres gerechnet werden, ein Fördermittelantrag zur Schulbauförderung kann somit erst 2018 für das Jahr 2019 gestellt werden. In der Konsequenz sollen die im Haushaltsentwurf für den Doppelhaushalt 2017/18 vorgesehenen Baukosten für den Neubau der Sternwarte-Grundschule gestrichen und in den nächsten Haushalt verschoben werden.

Die vom Bauunternehmen Kupka vorgeschlagene Reparaturvariante der GS „An der Sternwarte“, die in der Diskussion im Stadtrat eine ausschlaggebende Rolle gespielt hatte, soll geprüft und bei Realisierbarkeit die Kosten in Höhe von 100.000 Euro in den Haushalt 2017 übernommen werden. Mittlerweile liegt ein entsprechendes Prüfgutachten des Wurzener Planungsbüros Kewitz dazu vor, in dessen Ergebnis der Stadt allerdings davon abgeraten wird, das Angebot umzusetzen, „da es den Forderungen der Sächsischen Bauordnung, den Anforderungen von Brand- und Wärmeschutz sowie statischen Anforderungen widerspricht.“ Die entstehenden Risiken für die Stadt, auch in Bezug auf die Sicherheit der Kinder, seien nicht kalkulierbar.

Das Gutachten des Planungsbüros Kewitz sowie das Angebot des Bauunternehmens Kupka werden in der Sitzung des Kulturausschusses am kommenden Mittwoch, dem 12.04.2017, öffentlich vorgestellt und diskutiert. Beide Dokumente sind über das Wurzener Ratsinformationssystem als Anlagen zu den entsprechenden Tagesordnungspunkten online einsehbar. In der Sitzung wird zudem ein Vertreter der sächsischen Bildungsagentur anwesend sein, der eine Einschätzung zur Entwicklung der Schülerzahlen in Wurzen abgeben wird.

Das Vorhaben „Musizieren im und am Wasserturm“ soll, ebenfalls eine Forderung des Stadtrates, unabhängig von der Grundschulproblematik betrachtet und umgesetzt werden. Die nötigen Planungskosten in Höhe von 150.000 Euro sollen im aktuellen Haushalt für das Jahr 2017, die Bau- und Sanierungskosten in Höhe von 2.350.000 Euro für das Jahr 2018 eingeplant werden. Mit dem Projekt soll die Musikschule vom bisherigen Standort in der Querstraße an einen zentralen Ort in der Stadt Wurzen mit günstiger Verkehrsanbindung in das Wurzener Land umziehen.

Zudem ergibt sich damit , so heißt es in der Begründung des Beschlussvorschlags, die einmalige Chance, im Fördergebiet Soziale Stadt (SSP) ein besonders gefördertes Schwerpunktprojekt umzusetzen und die denkmalgeschützten Sondergebäude, den Wasserturm mit seinen Nebengebäuden, einer langfristigen und nachhaltigen Nutzung zuzuführen.

Als viertes Vorhaben soll die notwendige Dachsanierung der Ringelnatz-Grundschule mit Kosten in Höhe von 210.000 Euro im Haushaltsjahr 2019 eingeplant werden.

Die Beschlussvorlage wurde bereits im Technischen Ausschuss am vergangenen Mittwoch öffentlich vorgestellt und diskutiert und mit 7 Ja-Stimmen bei 2 Gegenstimmen mehrheitlich befürwortet. Die Entscheidung dazu trifft der Stadtrat am kommenden Dienstag, dem 11.04.2017, in öffentlicher Sitzung, die Beschlussvorlage kann ebenfalls über das Ratsinformationssystem der Stadt eingesehen werden.

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