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Wurzener Jugend will Skatebahn bauen

Von am 11. November 2016

Derzeit erinnern nur noch ein paar alte Bestandteile an die ehemalige Skateanlage hinter der Wurzener Schwimmhalle, doch das soll sich bald ändern. Am gleichen Ort, aber mit anderen Vorzeichen soll in Kürze eine neue Bahn entstehen. Auf Einladung von Oberbürgermeister Jörg Röglin stellte Christian Andrae von der Markranstädter Firma Rollbetrieb das Projekt kürzlich den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Jugend, Schulen, Sport und Soziales vor.

Gemeinsam mit den Jugendlichen der Region will der ehemalige Profi-Skater eine genau auf die Ideen und Wünsche der künftigen Nutzer zugeschnittene Anlage errichten. Dabei sollen diese von der Planung über den Aufbau bis zur Eröffnung und künftigen Bespielung in allen Umsetzungsphasen mitgestalten und mitentscheiden und darüber auch Wertschätzung für die geleistete Arbeit erfahren. Ziele sind sowohl die Förderung von sportlichen Aktivitäten als auch die Schaffung eines geeigneten Treffpunktes für Jugendliche, die sich nicht an einen Verein binden wollen.

Wichtigstes Ziel ist aber, junge Leute überhaupt zum Mitmachen zu bewegen. Deshalb soll die geplante Anlage nicht als abgeschlossenes Bauprojekt gesehen werden, sondern als Prozess, bei dem auch später noch Veränderungen gewollt und möglich sind. In diesen Prozess sollen Eltern, Kinder und insbesondere junge Migranten mit einbezogen werden. Als Baustoff für die Anlage soll nicht Beton, sondern Holz Anwendung finden, sodass einzelne Bestandteile bei Bedarf wieder erneuert oder umgestaltet werden können.

Wie das Ganze auch langfristig funktionieren kann, zeigen mehrere vergleichbare Projekte, die Christian Andrae und seine Mitstreiter, z. B. in Pegau, erfolgreich umgesetzt haben. Auch in Wurzen will man durch begleitende Angebote dafür sorgen, dass die Jugendlichen nach der Eröffnung der Anlage bei der Stange bleiben. Dazu soll es u. a. Einsteigerkurse für künftige Skateboard- und BMX-Fahrer z. B. in den Grundschulen geben. Interessierte Jugendliche können sich dafür zum Trainer ausbilden lassen. Damit die jungen Sportler ihre Leistungen einem möglichst großen Publikum vorführen können, sind Show-Veranstaltungen und Wettkämpfe geplant.

Bei den meisten Ausschussmitgliedern stieß das Vorhaben auf große Zustimmung. Vor allem, dass die Jugendlichen dabei  Verantwortung für den Erfolg des Projekts übernehmen und miteinander selbst gestellte Aufgaben bewältigen können, wurde als positiv gewertet. Auch der gewählte Standort hinter der Schwimmhalle, in der Nähe zweier Schulen, mehrerer Sportanlagen, der Polizei (Sicherheit!) und mit nur wenig Wohnbebauung in der Nähe wird als nahezu ideal eingeschätzt. Zudem verwies der Oberbürgermeister darauf, dass es zwar in Wurzen viele Spielplätze für die bis zu 14-Jährigen gibt, jedoch noch nichts Vergleichbares für die Jugend. Im Rahmen der kommenden Haushaltsdiskussion soll nun über die Aufnahme der nötigen Finanzmittel in den städtischen Haushalt, gerechnet wird mit ca. 60.000 Euro, beraten werden.

Aktualisiert am 13.12.2016

Am 06.12.2016 fand auf Einladung der Stadtverwaltung im Schweizergarten ein erstes Treffen statt. Das Echo nach der ersten Vorstellung war absolut positiv. Ein knappes Dutzend junger Wurzener war der Einladung zur Vorstellung des Projektes Skatepark Wurzen gefolgt. Diese machten zugleich deutlich: „Es gibt in Wurzen viel mehr Jugendliche, die so eine Anlage nutzen wollen. Viele sind jünger und sicher deshalb heute noch nicht hier.“ Momentan gebe es für Leute mit diesem Hobby keine Möglichkeiten. Genutzt würden die Auffahrten im Parkhaus, die Bahnhofsunterführung oder Bordsteinkanten. Oft hätten die Jugendlichen daher schon im Stadthaus vorgesprochen. Doch bislang sei alles im Sande verlaufen. Umso erfreulicher der jetzige Ansatz. Christian Andrae vom Rollbetrieb aus Markranstädt stellte den Gästen des Abends vor, was in Wurzen umgesetzt werden könnte. Neben den künftigen Nutzern beteiligten sich auch Andrea Scherf von Nixlos.de, Kristin Koch, Koordinatorin im Kreisjugendamt Grimma, Thomas Graul, Leiter des Wurzener Jugendhauses und Konstanze Mucke, Sachgebiet Hochbau der Stadtverwaltung.

Im Gespräch erklärte Christian Andrae, dass die Wurzener Anlage modern und wettbewerbstauglich sein und von BMXern, Skateboardern, Scooter-Kids und Rollerbladern nutzbar sein soll. Er unterstrich indes auch, dass in die Umsetzung der Pläne die Jugendlichen aktiv eingebunden werden. Auch hier gab es breite Zustimmung. Läuft alles planmäßig, könnte die Anlage bereits im Sommer 2017 eröffnet werden. Knapp 60 000 Euro stehen als Kosten auf dem Papier, wobei der Aufwand fürs Stadtsäckel durch mögliche Förderungen noch deutlich reduziert werden kann.

„Die Gruppe ist auf jeden Fall motiviert und frohen Mutes“, zog Christian Andrae sein Fazit. Einen nächsten Workshop-Termin gibt es bereits im Januar. Dann treffen sich interessierte Jugendliche im Jugendhaus in der Alten Nischwitzer Straße.

Quelle: Pressemeldung Stadt Wurzen

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