Aktuell

Angriff auf Leib und Leben

Von am 24. Januar 2016

Der Stein flog durchs Wohnzimmerfenster und verfehlte die Bewohner nur knapp. Gut lesbar „ziert“ der Schriftzug „Handeln statt zusehen“ die Fassade des zeitweilig als Unterkunft geplante Fitnesscenter „Am Waldbad“.

Am heutigen Morgen wurde auf die Flüchtlingsunterkunft „Pension Paulchen“, das ehemalige Fitnesscenter am Waldbad und die Wohnung eines Stadtrates der Fraktion „Die Linke“ Anschläge verübt.

Insgesamt wurden fünf Pflastersteine auf das Haus des Politikers geworfen. Einer der Steine durchschlug das Wohnzimmerfenster und verfehlte den Familienvater knapp. Der Schreck sitzt tief – der Familie geht es gut.

An die Fassade der Gebäude, bzw. den Gartenzaun des Politikers, wurde der Spruch „Handeln statt zuschauen“ gesprüht.

Im Erdgeschoss des ehemaligen Fitnesscenters wurden Scheiben eingeschlagen.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Augenscheinlich ist der Hintergrund der Anschläge: Sowohl der Angriff auf Unterkünfte für Flüchtlingen, als auch auf das Haus des im Verein „Vielfalt leben in Naunhof“ engagierten Lokalpolitikers lassen auf einen Ausländerfeindlichen Hintergrund schließen.

 

Aktualisiert 25.1.2016, 20:00 Uhr: Das „Operative Abwehrzentrum“ der sächsischen Polizei hat die Ermittlungen übernommen und konkretisiert am heutigen Montag die Angaben.

Unbekannte Täter brachten demnach am Objekt der Leipziger Straße 24 an zwei Seiten der Fassade mit schwarzer Farbe die Schriftzüge „Handeln statt zusehen“ und „Handeln statt wegsehen“ an.

Das private Objekt in der Grimmaer Straße – dem Wohnhaus des Stadtrates Michael Eichhorn – wurde durch Steinwürfe gegen drei Fenster im Erdgeschoss und Fassade beschädigt.

Am Haus in der Mühlgasse wurden 7 Scheiben eingeworfen und zwei Schriftzüge “ Handeln statt zusehen“ angebracht.

OAZ sucht Zeugen

Die Polizei bittet Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben oder Informationen zu Zeugen haben, sich bei der Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. (0341) 966 4 6666 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Naunhofs Bürgermeister Volker Zocher zeigt sich in einem Interview mit dem Radiosender „Mephisto“ betroffen über die Taten. Das Interview kann HIER nachgehört werden. In der Lokalzeitung verurteilen Vertreter aller Stadtrat-Fraktionen die Tat.

Kommentar verfassen