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Ironman: Hart, aber schön!

Von am 2. November 2015

2,4 Meilen (3,86 km) Schwimmen, 112 Meilen (180 km) Radfahren und 26,2 Meilen (42.2 km) Laufen, und das unter den tropischen Klimaverhältnissen der hawaiianischen Lavawüste – der Ironman Hawaii gilt als einer der weltweit härtesten Ausdauerwettbewerbe. Gleich zwei Mitglieder des Wurzener TriSport-Vereins hatten es beim Qualifikationswettkampf Ironman Zürich quasi noch in letzter Minute geschafft, einen der begehrten Startplätze zu erstreiten: Alterspräsident Helmut Wandel aus Beucha und Tobias Schumann aus Thallwitz erfüllten sich im Oktober mit ihrem Start bei der IRONMAN Championship 2015 auf Big Island den Traum, den fast alle Triathleten träumen.

Tobias Schumann, der, wie er sagt, von seinem Opa, der noch immer aktiver Läufer ist, zum Langstreckenlauf inspiriert wurde, bestritt 2010 seinen ersten Triathlon über die Halbdistanz beim ITT Ferropolis. Nach diesem Rennen war er mit dem Triathlon Virus infiziert. Nach der Rückkehr aus Hawaii hat er für uns seine Eindrücke geschildert:

Nachdem ich nun eine Woche Gelegenheit hatte das Erlebte ein wenig verarbeiten zu können, möchte ich meine Eindrücke hier gern noch einmal Revue passieren lassen. Der Einfachheit halber möchte ich hier aber nur das Rennen aus meiner Sicht wiedergeben. Alle anderen Geschichten werden – nach vollständiger Materialsichtung – separat vorgestellt.

Race Day – die Kür : Die 39. Auflage der IRONMAN World Championship fand unter dem Slogan ´Onipa´a statt. Die Hawaiianische Geschichte über deren Entdeckung und Erkundung ist mit diesem Wort verknüpft. Sinngemäß steht es für Kraft, Ausdauer und Willensstärke. Und genau diese Attribute waren bei dieser 39. Auflage gefragt. Meeresströmung, Wind und Sonne haben den Athleten viel abverlangt.

In mehreren Gesprächen mit anderen Athleten zur Renngestaltung, lief die Argumentation immer wieder auf die folgenden Punkte hinaus – genieße das Rennen, die Atmosphäre und freue dich hier sein zu dürfen, denn vielen Athleten bleibt ein Hawaii-Start verwehrt.

Und genau mit dieser Einstellung bin ich am 10.Okt. 06:55Uhr ins Rennen gestartet.

Bei der Auftaktdisziplin war von den gefürchteten hawaiitypischen hohen Temperaturen um 06:55Uhr freilich kaum etwas zu spüren, jedoch hat die Strömung den Rückweg zum Pier ein wenig erschwert. Nach den IRONMAN typischen Rangeleien auf der 3,86km langen Schwimmstrecke und einer Zeit von 01:13:23 konnte ich dem Pazifik wieder entsteigen. Wahrlich keine Fabelzeit, aber damit war auch nicht zu rechnen.

Ironman01Obwohl die berüchtigten Ho’o-Mumuku-Winde dieses Jahr nur mäßig bliesen und die Lavawüste, infolge der ergiebigen Regenfälle der letzten Wochen (El Nino), ungewohnt grün erschien, waren die 180,2km nicht weniger anspruchsvoll. Nach einer „Backzeit“ von 05:18:53 unter der hawaiianischen Sonne auf dem schier endlosen Queen Ka`ahumanu Highway (Queen K-Highway), einer erfrischen Regendusche am Wendepunkt in Hawi und einer 40 Kilometer langen Gegenwindpassage, ging es nun zur finalen „Röstung“ auf die 42,2km lange Marathonstrecke. Die ersten 15-16 Kilometer, oft als die „leichten Kilometer“ bezeichnet, werden direkt in Kona gelaufen. Für mich waren das jedoch die schwersten Kilometer, denn die pralle Mittagshitze gepaart mit der extreme Schwüle haben mir schwer zugesetzt. Ob Eiswürfel oder Wasser, jede Form der Abkühlung war hier willkommen. Nach der ersten Wende an der Kahaluu Bay ging es den gesamten Ali`i wieder zurück und über den Queen K-Highway zur letzten Wende in das Natural Energy Lab. Ab Kilometer 24 ging es dann, dank der berühmten zweiten Luft, weitaus flotter in Richtung Ziel. Trotz dieser unterirdischen Marathonzeit von 03:32:37 und der resultierenden Gesamtzeit von 10:17:21 bin ich mit dem Ergebnis im Grunde zufrieden.

Ironman02

Es war der mit Abstand härteste und zugleich schönste Wettkampf meiner Kariere. Eine Wiederholung wird es, nach bisheriger Planung, wohl Im Jahr 2017 geben.

Vielen vielen Dank an Gerd May für die Unterstützung #Specialized #ENVE_Composites, an Thomas fürs super Bikefitting sowie an das gesamte #BDO-Team. Großer Dank auch an meinen Arbeitgeber die Fa. Schulz für die Unterstützung. Last but not least vielen Dank an die super Reisebegleitung Stefan und Stefanie, Ihr habt dieses Erlebnis unvergesslich gemacht. Ich hoffe Ihr hattet genauso viel Spaß und Freude wie ich. Freue mich auf 2017!!

Ich verabschiede mich vorerst in die Off-Season!

Euer

Tobias Schumann

Hier die Resultate der beiden Wurzener Starter: Tobias und Helmut

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