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Grimma im Schwarzbuch

Von am 30. September 2015

Der Bahnhof in Grimma hat in den vergangenen Monaten bei den Einheimischen und der regionalen und überregionalen Presse für Kopfschütteln und traurige Berühmtheit gesorgt. Diese hat heute ihren Höhepunkt erreicht: Das „Schwarzbuch der Steuerzahler“ listet den Bahnhof von Grimma als eines von zwei Beispielen für Steuerverschwendung in Sachsen auf.

„Am Bedarf vorbei saniert“ titelt der Pranger für Steuerverschwendung und berichtet über das Bahngleis, welches barrierefrei saniert wurde – aber vom Regelzugverkehr gar nicht angefahren wird. Züge halten nur, wenn sich Reisende mit Handicap angemeldet haben. Dies hat dann Konsequenzen für alle Reisenden: Sie müssen bei der Anfahrt auf das Gleis 2 einen Umweg von mindestens 200 Metern inklusive der Kreuzung eines Bahnübergangs in Kauf nehmen.

200.000 Euro hatte die Sanierung gekostet.

Im Schwarzbuch heißt es weiter: Der Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der den Personennahverkehr auf der Schiene im Regierungsbezirk Leipzig plant, organisiert und finanziert, hatte während der Planungsphase des Projekts ESTW Muldental seit 2008 und im Planfeststellungsverfahren schriftlich darauf hingewiesen, dass dieser Bahnsteig nicht benötigt wird und gefordert, dafür den Hausbahnsteig barrierefrei auszubauen. Dies hätte keine Umwege für die Reisenden bedeutet, die Betriebskosten wären dauerhaft geringer – und dies bei höherem Komfort für alle Reisenden.

Die Deutsche Bahn verweist darauf, dass der Hauptbahnsteig kein Gegenstand des Projekts ESTW Muldental gewesen wäre.  Der ZVNL kalkuliert die jährlichen Verluste durch die Betriebskosten für die geschaffene Lösung auf 30.000 Euro.

Weitere Informationen zum „Schwarzbuch der Steuerzahler“ finden sich HIER.

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